Bei der Neugestaltung von Einzelhandelsflächen, insbesondere von Supermärkten, ist es unumgänglich, das Einkaufsverhalten der Kunden und neue Trends genau zu beobachten. Wir haben mit Karsten Pabst,  Geschäftsführender Gesellschafter des Supermarkt-Betreibers Hieber, über spannende Entwicklungen der Branche gesprochen:  

Der Einzelhandel verändert sich - wie müssen Supermärkte künftig gestaltet werden?

Supermärkte sollten immer als Wohlfühloase betrachtet werden und auch so gestaltet sein. Aus Sicht des Betreibers ist es das wichtigste Ziel, dass der Kunde sich gut aufgehoben und beraten fühlt, denn dann verweilt er in der Regel länger. Neben der passenden Gestaltung sind hier die Mitarbeiter entscheidend, die eine besondere Atmosphäre erlebbar machen. Das Kaufverhalten der Kunden hat sich in den vergangenen Jahren stark geändert: Kunden kaufen bewusster und zunehmend kritisch ein. Unverpackte Lebensmittel, der Verzicht auf Einwegverpackungen und das Angebot von regionalen und saisonalen Produkten rücken in den Fokus. Dafür müssen gestalterische Lösungen gefunden werden.

Wie reagieren Supermärkte auf die Digitalisierung?

Als erste Maßnahme haben wir unsere Flugblätter und Angebotsprospekte digitalisiert zur Verfügung gestellt. Ein weiterer wichtiger Schritt war die interne Organisation von Dienstplänen und Lohnabrechnungen per App, das bringt einerseits Ersparnisse, andererseits erfordert es ein Umdenken in der Unternehmenskultur. Dennoch darf man nicht vergessen, dass es Menschen braucht, die diese Systeme verstehen und pflegen. Unsere Mitarbeiter haben in erster Linie die Aufgabe, Kunden zu begeistern und ihre Leidenschaft für Lebensmittel mit unseren Kunden teilen.

Wie wirkt sich der E-Commerce auf Sie aus?

Wir verkaufen Emotionen. Der Kunde möchte ein Erlebnis haben, wenn er den ganzen Tag im Büro sitzt und auf dem Heimweg noch kurz einkaufen geht. In Deutschland macht der E-Commerce im Lebensmittelhandel 8 bis 10 Prozent des gesamten Umsatzes aus. In Großstädten ist die Tendenz steigend, in ländlichen Regionen wie im Schwarzwald lohnt sich die Auslieferung von Lebensmitteln schlichtweg nicht. Denkbar ist allerdings, dass Bedarfsartikel wie Zahnpasta oder Waschpulver künftig per App gekauft werden. Dadurch würde im Markt mehr Platz für frische Lebensmittel,  Gastronomie oder Weinverkostungen verfügbar sein, so dass der Einkauf zum besonderen Erlebnis wird. 

Welche technischen Neuerungen erwarten die Kunden?

Die Selbstbedienungskasse hat sich seit 1998 etabliert und wird von rund 20 Prozent der Kunden genutzt. Dennoch ist in Deutschland der direkte Austausch, das kurze Gespräch mit den Kassierern beim Einkauf unersetzlich und aus dem Konzept kaum wegzudenken. Eine weitere Neuerung sind digitale Preisetiketten, die Preissicherheit bieten und zeitliche Ersparnisse bringen, da die Mitarbeiter für die analoge Preisanpassung viel Zeit benötigen.

Herzlichen Dank für das Gespräch. 

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