Über die architektonische Gestaltung von Büros nach Corona

Aktuellen Medienberichten prognostiziert Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, dass künftig 50 Prozent seiner Mitarbeiter im Home Office arbeiten werden.

Insbesondere große Technologie-Unternehmen schätzen die Arbeit von zuhause. Doch hat das Büro damit ausgedient? Wie wird sich die Bürolandschaft langfristig wandeln?

Fest steht: Die Corona-Krise beschleunigt den Wandel der Arbeitswelt. Ob Großunternehmen, Konzerne oder auch kleinere Betriebe – die Flexibilität der mobilen Arbeit wird zunehmend im breiten Maß entdeckt und selbst traditionell geprägte Unternehmen sehen sich aufgrund der Krise nun gezwungen, starre Strukturen aufzubrechen und umzudenken.

Das Büro als Konkurrent zum Home-Office?

„Eine funktionierende Technologie vorausgesetzt scheint es fast, als müssten Unternehmen fortan Anreize schaffen, um ihre Mitarbeiter ins Büro zu locken“, stellt Michael Stoz, Vorstand der PARTNER AG fest. „Tatsche ist auch: Das Arbeiten an unterschiedlichen Orten stimuliert das Gehirn und wirkt sich auf die Leistung jedes einzelnen aus. Wenn agil konzipierte Unternehmen diese Erkenntnis architektonisch nutzen, können Mitarbeiter an verschiedenen Orten arbeiten und maximal effektiv sein“, so Stoz weiter. Voraussetzung ist ein höheres Maß an Selbstorganisation und gegenseitiger Vertrauenskultur. Nicht jedes Unternehmen und jede Arbeit eignet sich für diese Form, jedoch weit mehr, als noch vor der Krise gedacht.

Ein Ort der Möglichkeiten

Die gestalterische Antwort auf die veränderten äußeren Bedingungen ist die Schaffung von unterschiedlichen Arbeitsplatzszenarien. Kern dieses Ansatzes ist es, das Büro als ein Ort der Möglichkeiten zu konzipieren. Ruhepole, Besprechungsmöglichkeiten, Lounge-Ecken und verspielte Orte wie Schaukeln (siehe Bilder) als Meetingpoint machen Kommunikation, konzentriertes Arbeiten und ein kreatives Miteinander möglich. „Dafür müssen Innenflächen genau geplant und durchdacht werden. Eine Büroform allein reicht hier nicht aus. Im Idealfall bietet das Büro ein Spektrum an Möglichkeiten an“, erklärt Stoz.

Die Interaktion zwischen Mensch und Büro hat sich merklich verändert. Folglich braucht es Infrastrukturen, die auf Interaktion und Kommunikation ausgerichtet sind. Ein cooles Café im Büro schafft beispielsweise Anreize und erlaubt es, die nötigen Abstandsregelungen einzuhalten und zugleich kommunikativ zu arbeiten. Letztlich ist ein klug durchdachter und clever designter Innenbereich mehr als eine fixe Adresse und dient auch zur Identifizierung eines jeden Mitarbeiters mit dem Unternehmen, für das er tätig ist. Die Folge? „Zufriedene und kreative Mitarbeiter, die eben auch bereit sind, im Sinne des Unternehmens in Krisenzeiten umzudenken und entsprechend zu agieren. Und dieser Gewinn ist unbezahlbar“, so Stoz abschließend.